Mundhygiene beginnt zu Hause mit Zahnbürste und Zahnpasta. Schwierige Stellen reinigt die Prophylaxe.

Beiträge

Handzahnbürste oder elektrische Zahnbürste?

Studentenkurs an der TU Dresden

Die letzten vier Tage war ich an der TU Dresden um in der Poliklinik für Parodontologie einen Studentenkurs abzuhalten. Insbesondere die beiden großen Erkrankungen der Mundhöhle Gingivitis / Parodontitis und Karies haben wir ausführlich besprochen. Aber auch viele für unsere Patienten wirklich relevante Themen haben wir diskutiert. Stichwort: Mundhygiene, Prophylaxe, Zahnreinigung und alles was mit Vorbeugung zu tun hat. Die letzten Tage waren zusätzlich eine Inspiration dafür, welche Fragen unsere Patienten wirklich beschäftigen.

Mir hat der Kurs sehr viel Spass gemacht und die Studenten waren trotz Prüfungen top motiviert bei der Sache!

Ich bin gespannt auf die Referate im April!

„Streit um die Zahnseide – hilft sie oder hilft sie nicht?“ Ein Beitrag aus der Süddeutschen Zeitung lässt Raum für Diskussionen

Derzeit wird über die Wirksamkeit von Zahnseide diskutiert. Diese Diskussion bezieht sich aber vor allem auf die aktuelle Studienlage. Die Süddeutschen Zeitung schreibt dazu:

Wer Karies vermeiden will, muss die Zwischenräume sauber halten, heißt es beim Zahnarzt. Doch das ist umstritten, selbst das US-Gesundheitsministerium empfiehlt Zahnseide nicht mehr.

Der Artikel bezieht sich auf ein Cochrane Review, welches den Gebrauch von Zahnseide + Zähneputzen in 12 Studien untersuchte.

Die Ergebnisse:

  • In 10 Studien konnte keine bzw. nur schwache Evidenz für die Effektivität von Zähneputze + Zahnseide bei der Plaquereduktion nach einem Untersuchungszeitraum von 1 oder 3 Monaten gefunden werden
  • keine Studie konnte die Effektivität von Zahnseide bei der Vermeidung von Karies nachweisen
  • 12 Studien kamen zum Ergebnis, dass Zähneputzen + Zahnseide im Gegensatz zu Zähneputzen alleine die Zahnfleischentzündung (Gingivitis) reduziert.

Im Zuge der DMS IV konnte gezeigt werden, dass vor allem die Parodontalerkrankungen angestiegen sind:

Die Daten der bevölkerungsrepräsentativen Studie zeigen jedoch, dass Parodontalerkrankungen weit verbreitet sind und seit 1997 eher zugenommen haben. Unter den Erwachsenen leiden 52,7 % unter mittelschweren (CPI Grad 3) und 20,5 % unter schweren Formen der Parodontitis (CPI Grad 4; Tabelle 3). Bei den Senioren sind 48,0 % von einer mittelschweren und 39,8 % von einer schweren Erkrankung betroffen. Damit ist man von den für 2020 gesteckten Zielen noch weit entfernt. Grund für diesen negativen Trend könnte u. a. der Umstand sein, dass bei diesen Altersgruppen weniger Zähne durch Karies verloren gehen. Damit sind die vorhandenen Zähne mit zunehmendem Lebensalter aber einem steigenden Risiko für parodontale Erkrankungen und auch für Wurzelkaries ausgesetzt.

Die Bundeszahnärztekammer gibt folgende Stellungnahme dazu ab:

Aus praktischen Erwägungen heraus sind Zahnseide und Zahnzwischenraumbürsten gut geeignet, um Beläge zu entfernen. Zahnzwischenraumbürsten sind bei offenen Zahnzwischenräumen und parodontalen Erkrankungenempfehlenswert, bei engen Zwischenräumen erscheint Zahnseide nach wie vor die beste Lösung, um Beläge zu entfernen.
Die Bundeszahnärztekammer befürwortet grundsätzlich weitere Studien, um eine abschließende wissenschaftliche Einordnung der Praxiserfahrungen zu dokumentieren.

Aus diesem Grund wird der Gebrauch der (wirksamen und „richtigen“) Zahnseide immer noch empfohlen. Zahnzwischenraumpflege ist ein unverzichtbarer Bestandteil der täglichen Mundhygiene.

 

Studie bei Cochrane Library:

Flossing for the management of periodontal diseases and dental caries in adults

Der DMS IV – Kurzüberblick:

DMS IV – Parodontalerkrankungen

Stellungnahme Bundeszahnärztekammer:

Positionspapier zum Gebrauch von Zahnseide

den vollständigen Artikel der SZ gibts hier:

Streit um die Zahnseide – hilft sie oder hilft sie nicht? — Gesundheit – SZ.de

 

Elektrische Zahnbürsten im Test

Im ersten Termin sprechen wir immer über das Thema Mundhygiene und Zahnputztechniken. Dabei zeigt sich häufig, dass eine konventionelle Handzahnbürste nicht das gleiche Ergebnis wie eine elektrische Zahnbürste erreicht.

Aber welche elektrische ist empfehlenswert? Und welche Hersteller gibt es? Die Süddeutsche Zeitung hat hier einen (nicht objektiven) Test veröffentlicht, der aber zumindest einen guten Marktüberblick bietet:

Elektrische Zahnbürste im Test der Süddeutschen Zeitung >>
Neben der richtigen Zahnbürste ist aber die Technik entscheidend! Wichtig dabei:

  • Nicht zu viel Druck. Die Bürste hierfür am einfachsten zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger halten.
  • Die elektrische Zahnbürste arbeiten lassen und nicht schrubben
  • Alle Zahnflächen systematisch reinigen